Der ehemalige „Faselstall“ in der Kerngemeinde Lang-Göns soll Standort der vom Ortsverband der FDP angeschobenen und von der Koalition aus CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen in einem gemeinsamen Antrag geplanten Seniorenwerkstatt werden, die ersten Umbauarbeiten sind im Gange. Um einen Eindruck von einer solchen, bereits existierenden Werkstatt zu erhalten, besichtigten nun engagierte Senioren aus der gesamten Langgönser Großgemeinde die vergleichbare und schon seit vier Jahren bestehende Einrichtung in der Nachbarkommune Hüttenberg, die durchaus als ein Erfolgs- und Vorzeigemodell bezeichnet werden kann. Barbara Fandré (FDP), hatte diese Besichtiung für die terminlich verhinderte Koordinatorin Maren Naundorf organisiert.
Empfangen wurde die Delegation (Monika Kosch, Ruth Bayer, Christa und Anton Ernst, Dieter Gerbig, Franz Brachtel und die Organisatorin des Besuchs, Barbara Fandré) vom Ersten Beigeordneten Paul Hartmann und dem stellvertretenden Sprecher der Hüttenberger Seniorenwerkstatt, Oswald Schreiber. Bei Kaffee und Kuchen berichteten Paul Hartmann, der auch Mitglied der Seniorenwerkstatt ist, und Oswald Schreiber den künftigen „Kollegen“ aus Langgöns über aktuelle Projekte und Neuigkeiten: Neu sei die seit einem Jahr angegliederte Frauengruppe, in der genäht, gemalt, gebastelt und überhaupt kreativ und sehr künstlerisch gearbeitet werde. Bereits für den Weihnacht- und den Ostereiermarkt seien die Damen handwerklich tätig gewesen.
Die Seniorenwerkstatt war Bestandteil des Gemeindeentwicklungskonzeptes und sei, nachdem die Senioren einige Renovierungsmaßnahmen vorgenommen hatten, offiziell übergeben worden, führte Paul Hartmann aus: „Es war ein Glücksfall, dass sich aufgrund eines einzigen Aufrufes im Hüttenberger Mitteilungsblatt so viele engagierte und handwerklich begabte Senioren gemeldet haben!“ Die Unterstützung aller Gemeindegremien bei solchen Projekten sei allerdings Voraussetzung und unerlässlich. „Und das ist in unserer Kommune dankenswerterweise der Fall“, betonte Hartmann. Dies würde sich auch in der finanziellen Unterstützung wiederspiegeln.
„Für mich war das eine wunderbare Planung für mein damals bevorstehendes Rentnerdasein und gleichzeitig eine neue, sinnvolle Aufgabe!“, beschrieb Oswald Schreiber seine Gründe zum Mitmachen. Lebhaft und hochmotiviert informierte er anschaulich über die zahlreichen Aktivitäten der innovativen Senioren. „Wir haben hier Schreiner, Maler, Elektriker und sogar einen Bergbauingenieur!“ Jeder bringe sein Wissen, seine Erfahrung und seine Ideen ein. Spezialfahrräder könnten sogar repariert, Schleifmaschinen konstruiert und gebaut werden. „Jeder kann sozusagen seinem Hobby frönen“, so Schreiber, man helfe und unterstütze sich gegenseitig. „Wir reparieren Fahrräder auch an Schulen und sind somit auch der Allgemeinheit nützlich!“ So habe man während der letzten Hüttenberger Ferienspiele einen Fahrrad-Reparaturkurs angeboten und anschließend mit den Kindern einen Fahrradausflug unternommen. Ein weiterer Schwerpunkt sei das Ausbessern von beschädigten Ruhebänken in der Gemeinde, was in Absprache mit dem Bauhof geschehe. Vierzig bis fünfzig Bänke wurden bisher repariert und neu gebaut. „Dabei möchten wir natürlich den örtlichen Handwerkern nicht in die Quere kommen“, betonte Oswald Schreiber. Paul Hartmann ergänzte: „Ohne unsere Senioren könnte sich die Gemeinde Reparaturen der bestehenden Ruhebänke einfach nicht leisten, von Neuanschaffungen einmal ganz abgesehen“. Über diese Bänke bekäme die Seniorenwerkstatt eine gute Resonanz in Form von Spenden, die dann in Neuanschaffung von notwendigen Werkzeugen und Material flössen. Hartmann regte an: „Vielleicht können die Langgönser das ja auch so machen. Reparaturen durch Fachfirmen sind für die meisten Gemeinden ja derzeit einfach nicht zu bezahlen.“
„Dieses Projekt kann eine Bereicherung für jede Kommune sein“, waren sich die Besucher aus Langgöns abschließend einig und drückten die Hoffnung aus, dass die Seniorenwerkstatt in ihrer Gemeinde ebenso große Resonanz und engagierte Mitstreiter finden möge wie in Hüttenberg.
„Wer seine Erfahrung, sein Hobby oder sein Talent in dieses Projekt einbringen, soziale Kontakte pflegen und neu knüpfen möchte, ist hier bestens aufgehoben, willkommen und herzlich eingeladen, das Projekt „Seniorenwerkstatt Langgöns“ weiter voran zu bringen, “ resümierte die Liberale abschließend